Grundschule "Am Wasserturm"

Elternkonferenz bestürzt: Hort- und Grundschulerweiterung gestoppt

Mit großer Bestürzung hat die Elternschaft der Grundschule Am Wasserturm in Dallgow-Döberitz die jüngsten Pläne der Kommunalpolitik und -verwaltung in Sachen Hort- und Schulerweiterungsbau zur Kenntnis genommen und entschieden abgelehnt. Obwohl bereits eine komplette Planung vorliegt und beschlossen wurde, will die Gemeinde nun nach einem entsprechenden Beschluss der Gemeindevertretung vom 28. Februar 2018 die Voraussetzungen dafür schaffen, dass künftig an beiden Schulstandorten (Steinschneiderstraße und Weißdornallee) Schülerinnen
und Schüler der 1. bis 6. Klassen unterrichtet und im Hort betreut werden können. Bislang ist die Steinschneiderstraße für die Klassenstufen 1-3, die Weißdornallee für die Klassenstufen 4-6 zuständig.

„Das ist wirklich ein Stück aus dem Tollhaus. Es ist nicht zu fassen, was in den Köpfen der Verwaltung und jener Gemeindevertreter vorgeht, die diese neue Volte ins Spiel gebracht haben und unterstützen“, ärgert sich Andrea Lampe, Vorsitzende der Elternkonferenz der Grundschule. „Vor mehr als einem Jahr fiel nach langem Hickhack und Planungspleiten der Beschluss zur dringend benötigten Hort- und Schulerweiterung. Wegen einer Panne der Verwaltung verzögerte sich die Umsetzung dann erneut, es musste neu ausgeschrieben werden. Nun hat man endlich ein kompetentes Architekturbüro und dessen von allen Beteiligten und Betroffenen für gut befundenen und beschlossenen Plan in der Hand – und macht wieder eine komplette Rolle rückwärts: Die Verwaltung zieht ohne Not und Auftrag eine völlig neue Idee aus der Schublade und behauptet, man könne viel günstiger und schneller bauen, wenn man beide Schulstandorte um- und ein bisschen ausbaut und alle
Jahrgangsstufen aufteilt. Das Wort ‚günstiger‘ lässt dann die Augen vieler Gemeindevertreter leuchten, und man ist geneigt, dieser Idee zu folgen, ohne dass auch nur eine der vielen Fragen, die damit aufgeworfen sind, beantwortet wäre“, kritisiert Lampe: „Warum soll ein mit Blick auf Betreuung und Bildung perfekt eingespieltes Standorte-Modell plötzlich leichtfertig über Bord geworfen werden? Abgesehen vom organisatorischen Chaos – dauerhaft Baustellen an beiden Standorten, Defizite altersgerechter Infrastrukturen an beiden Standorten, komplette Umstrukturierung von Hort- und Schulbetrieb – würde diese faktisch angestrebte Schulteilung dazu führen, dass mindestens ein Standort den Status einer verlässlichen Halbtagsschule erst wieder neu erlangen müsste. Damit wären viele, über lange Jahre hart erarbeitete Standards, Betreuungs-, Bildungs- und Förderkonzepte verloren“, warnt Lampe. Vollkommen unklar seien zudem die Kosten und der zeitliche Rahmen der „fixen Idee“. Lampe verwies auch darauf, dass sowohl Schul- als auch Hortleitung, die ähnlich wie zu Beginn der Diskussion um die Erweiterung erneut nicht an der Entwicklung der neuen Planung beteiligt waren, den neuen Vorstoß aus fachlichen Gründen ganz entschieden ablehnten. „Wie man es als Bürger findet, wenn nun schon zum zweiten Mal Planungs- und Architektenleistungen zum Fenster rausgeschmissen worden sein sollten, liegt auf der Hand“, so Lampe. „Die Elternkonferenz fordert die Gemeinde auf, unverzüglich mit der Umsetzung der bereits beschlossenen Planung fortzufahren und im Zuge dessen alle Maßnahmen zu ergreifen, die die Hort- und Schulerweiterung beschleunigen. Die Zeit drängt mehr denn je“, macht Andrea Lampe deutlich.

In der Sitzung der Gemeindevertretung am 28. Februar 2018 waren neben mehr als 90 Eltern, Erziehern und Lehrern auch Grundschulleiter Herr Frost, seine Stellvertreterin Frau Tharun und Frau Braun als Vertreterin der Lehrerschaft und Martin Boltz als Hortelternvertreter anwesend. Sie alle sprachen sich eindeutig gegen die beabsichtigte Planung, die faktisch auf eine Schulteilung hinauslaufen soll, aus. Trotz der massiven Proteste beschloss die Gemeindevertretung die Umsetzung des Schulumbaus. Elternkonferenz-Vorsitzende Andrea Lampe protestierte umgehend gegen diesen Beschluss und kündigte Konsequenzen an. Empört und unter Protest verließen Erzieher, Lehrer und Eltern anschließend die Sitzung der Gemeindevertretung.

Märkische Allgemeine (2. März 2018): Eltern protestieren lautstark gegen Schulumbau

http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Eltern-protestieren-lautstark-gegen-Schulumbau

MOZ.de/BRAWO (2. März 2018): Neue Variante sorgt für Unmut

https://www.moz.de/landkreise/havelland/falkensee/falkensee-artikel/dg/0/1/1642261/