Konzepte

Eine Schule für alle

An der Grundschule „Am Wasserturm“ in Dallgow-Döberitz werden aktuell 604 Schülerinnen und Schüler in 27 Klassen unterrichtet. Unsere organisatorische Besonderheit ist der Filialbetrieb: Am Standort Steinschneiderstraße werden die Klassen 1-3 (13 Klassen), in der Weißdornallee die Klassen 4-6 (14 Klassen) beschult. Die Entfernung zwischen beiden Standorten beträgt 1,8 km. Das Kollegium umfasst derzeit 45 Lehrerinnen und Lehrer (darunter 6 Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen). In jedem Schuljahr werden etwa fünf bis zehn Lehramtsanwärterinnen und -anwärter ausgebildet.

Eine bewegte Schule

Unser Leitbild trägt die Überschrift „Bewegte Schule“. Dahinter steht unser Ansatz, Bewegung, Kreativität und Selbstständigkeit zu fördern in Verbindung mit einem auf die Lebenswelt der Kinder abgestimmten Unterricht. „Bewegte Schule“ heißt, dass die Kinder ganzheitlich lernen – mit allen Sinnen, mit ihren Füßen, Händen und mit ihrem Kopf. Darüber hinaus verstehen wir unter „Bewegter Schule“ viele weitere Facetten:

B         Bewegung als Initiierung von Lernprozessen
E         Entwicklung von Kreativität
W        Werte
E         Erziehung zur selbstständigen Schülerpersönlichkeit
G         Gemeinschaftssinn fördern durch inklusives Denken und Handeln
T         Toleranz durch Akzeptanz von Verschiedenheit
E         Engagement in der Gemeinde Dallgow-Döberitz
SCH    Schulmanagement – Offenheit, Einbeziehung aller, Transparenz, kollegiumsgetragenes
Fortbildungskonzept
U         Unterricht in vielfältigen Formen mit Hilfe des Ganztagsbetriebs
L         Lernen lernen in differenzierter Lernumgebung
E         Eltern – Mithilfe, Mitgestaltung, Mitbestimmung

„Bewegte Schule“ – unsere pädagogischen Zielsetzungen kann man drei Bereichen zuordnen:

  1. Bewegungsförderung

Bewegungsförderung erfolgt einerseits natürlich im Sportunterricht und in verschiedenen Sport-AGen, die z.T. auch von den Eltern angeboten werden, zum anderen in Gestalt schulinterner Sportturniere und des „Wasserturmlaufs“ und die Teilnahme an sportlichen Wettbewerben in der Region. In den Pausen nutzen unsere Schülerinnen und Schüler Turnhallen und Sportplätze.

  1. Lernen durch Bewegung

Das Lernen durch Bewegung soll bei uns auch in jedem anderen Fach Priorität haben, Beispiele hierfür sind

  • Bewegungsspiele im Anfangsunterricht zur Stärkung der Motorik,
  • Maße und Räume erfahren im Mathematikunterricht,
  • Rollenspiel im Deutschunterricht, Körpersprache beim Theaterspielen,
  • Musik und Tanz,
  • Erkundungsgänge auch außerhalb der Schule oder etwa
  • Hilfe zur Selbstwahrnehmung durch Stilleübungen.
  1. Öffnung nach außen

Bewegte Schule heißt für uns auch Öffnung nach außen zu vielen Institutionen in unserem Ort (Sportverein, Feuerwehr, Havellandhalle Seeburg, Johanneshaus etc.). So gibt es eine Reihe von Kooperationsverträgen, die die gegenseitige Begegnung und Unterstützung fördern. Mit der Schule im polnischen Dopiewo pflegen wir eine internationale Partnerschaft.

Unsere „Bewegte Schule“ praktizieren wir selbstverständlich an unseren beiden Standorten. In der Steinschneiderstraße stehen uns 15 Klassenräume, eine Turnhalle und ein Sportplatz zur Verfügung, außerdem vier Fachkabinette (Computer, Sachunterricht, Kunst, Bewegung/Musik) und ein Förderraum. Im Speisesaal essen die Kinder gemeinsam zu Mittag, nach Unterrichtsschluss sind es nur wenige Schritte zum Hortgebäude, das auf dem Schulgelände liegt.

In der Weißdornallee findet der Unterricht in 14 Klassenräumen, acht Fachkabinetten (Physik, Biologie, Kunst, WAT, Musik, Computer, Lehrküche, Snoozelraum), einem Förderraum, einer Turnhalle sowie auf einem Sportplatz statt. Der Hort unterhält hier drei Räume. Auch hier kommen die Schülerinnen und Schüler im großen Speisesaal zum Mittagessen zusammen. Für kleine Snacks zwischendurch gibt es in der Weißdornallee den Schulkiosk, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Wichtig ist uns auch die Heranführung des Nachwuchses an moderne Informationstechnologie und die Ausbildung erster Medienkompetenzen. Unsere Computerräume verfügen über eine Geräteanzahl, die die Frequenz einer Klasse übersteigt, in den Klassenräumen ab der Klasse 4 wird mit insgesamt fünf interaktiven Whiteboards gearbeitet.

Konzept „Bewegte Schule“ (PDF)

Eine verlässliche Schule

Die Grundschule „Am Wasserturm“ ist eine verlässliche Schule – nicht nur, was den laufenden Kontakt zwischen Kindern, Eltern und Lehrern angeht, sondern auch aufgrund ihrer Konzeption als Verlässliche Halbtagsgrundschule (VHG): Mit Hilfe mehrerer Partner erreichen wir eine Qualitätssteigerung unserer Bildungsarbeit, indem wir Bildung, Erziehung und Betreuung zusammenführen: Im Unterricht von 7.50 bis 13.40 Uhr, in der Früh-, Nachmittags- und Spätbetreuung durch den an beiden Schulstandorten vertretenen „Hort Koboldland“ und den Arbeitsgemeinschaften sowie Projektgruppen unserer Partner (u.a. Lehrer, Erzieher, Eltern, ASB Falkensee, SV Dallgow) ist der Nachwuchs Tag für Tag in besten Händen. Auch für die Eltern der Schülerinnen und Schüler bedeutet diese verlässliche Betreuung innerhalb eines verbindlichen Zeitraums einen wichtigen Aspekt der Planungssicherheit – VHG heißt: Die Kinder sind von Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 13.40 Uhr in der Schule und werden in diesem Zeitraum verbindlich betreut.

Durch unsere Ausrichtung als Verlässliche Halbtagsgrundschule können wir unserer „Bewegten Schule“ einen größeren Raum geben, Selbstständigkeit und Kreativität nicht nur vermitteln, sondern auch über einen kontinuierlichen Zeitraum anwenden: Die Interessen unserer Schülerinnen und Schüler werden im rhythmisierten Schulalltag, im längeren Mittagsband und in zusätzlichen Nachmittagsangeboten berücksichtigt. Die Nachmittagsangebote sind vielfältige Arbeitsgemeinschaften und Projekte, die mit dem Hort, Vereinen und anderen Partnern in Kooperationsverträgen festgehalten werden. So werden die Sozial-, die Sach- und die Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler gestärkt, weil wir die schulinternen Rahmenpläne, das Konzept des Hortes und die Aktivitäten am Nachmittag miteinander in Einklang bringen. Immer mehr Eltern fordern mit Recht mehr Förder- und Forderunterricht, um Defizite auszugleichen, Stärken zu fördern. Auch soziale Probleme in den Familien machen nicht halt vor unseren Schultoren. Lehrerinnen, Lehrer, Horterzieherinnen und Horterzieher sind mehr denn je gefragt, den Familien zur Seite zu stehen sowohl bei Beratung als auch bei der Betreuung und Zuwendung ihrer Kinder. Schule ist mehr und mehr gefragt, Ort der Kommunikation und Freizeitgestaltung zu sein. Dafür benötigen wir mehr Zeit für sinnvolles pädagogisches Handeln, für Bildung und Betreuung unter einem Dach. Durch unser VHG-Profil schaffen wir dieses Dach.

Dabei ist der „Hort Koboldland“, eigenständige Betreuungseinrichtung der Gemeinde Dallgow-Döberitz, unser wichtigster Partner. Insgesamt 333 Kinder besuchen ihn aktuell, das sind 55 Prozent der Schülerinnen und Schüler überwiegend aus den Klassen 1-4. Betreut werden sie von 21 Erzieherinnen und

Erzieher. Sie knüpfen das Netz der Förderung und familienergänzenden Betreuung in enger Kooperation mit der Schule weiter, und so erfüllt der Hort einen eigenständigen alters- und entwicklungsadäquaten Bildungs-, Betreuungs-, Erziehungs- und Versorgungsauftrag. Während in der Schule die schulspezifischen Fähig- und Fertigkeiten im Vordergrund stehen, arbeitet der Hort vertiefend an der elementaren Bildung und insbesondere sozialen Kompetenzen.

Unsere Kooperation mit dem Hort hat sich als sehr effizient und förderlich erwiesen: Mit zunehmender Dauer haben die verschiedenen Teams ihre gemeinsamen Ziele koordiniert und stückweise verwirklicht. Es ist eine Akzeptanz zwischen Lehrern und Erziehern entstanden, die so nur im Zuge der Verlässlichen Halbtagsgrundschule entstehen kann.

Unser Tagesablauf

Der Früh-Hort ab 6.00 Uhr

Die Frühbetreuung der Kinder wird durch den Hort ab 6.00 Uhr abgesichert. An beiden Schul-Standorten stehen Räume zur Verfügung, wo die Kinder auch ein erstes Frühstück einnehmen können. Alle Horträume sind mit didaktischem Spiel- und Lernmaterial sowie Ruhezonen ausgestattet.

Offener Unterrichtsbeginn 7.30 – 7.50 Uhr

Der offene Unterrichtsbeginn erstreckt sich über 20 Minuten. Während dieser Gleitzeitphase treffen die Schülerinnen und Schüler individuell in ihren Klassenräumen ein, nutzen die Zeit zu Gesprächen mit Mitschülern und Lehrern, können frühstücken, sich mit selbst gewählten Aufgaben beschäftigen, soziale Kontakte vertiefen, Musik hören etc. Die Frühhortkinder werden von den Hort-Erziehern rechtzeitig zum Unterricht geschickt. Lehrer und Erzieher können sich bei Bedarf kurz austauschen oder Absprachen treffen. Alle können ankommen – so beginnt der Tag harmonisch und ruhig.

Blockunterricht mit Hortbeteiligung 7.50 – 9.30 Uhr / 9.50 – 11.20 Uhr

Der 90-minütige Blockunterricht am Vormittag gestaltet sich sowohl fächerverbindend als auch fächerübergreifend und ist durch Arbeits- und Erholungsphasen gekennzeichnet, so gibt es zwischen 7.50 und 9.30 Uhr eine 10-minütige Frühstückspause. Der Blockunterricht enthält Freiarbeitsphasen, Frontalunterricht, binnendifferenzierte Aufgaben, Werkstattarbeit, offene Angebote, Projektarbeit sowie Fachunterricht nach den gültigen Rahmenplänen und der schulinternen Vereinbarungen. Die Fachkonferenzen und Klassenstufen arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen, die Schüler werden bei verschiedenen Projekten einbezogen. Ab dem 2. Unterrichtsblock (9.50 – 11.20 Uhr) ist vorgesehen, dass die Horterzieher mindestens zweimal in der Woche in den Klassenstufen 1–4 die Lehrerinnen und Lehrer unterrichtsbegleitend unterstützen, etwa bei Gruppen- und Partnerarbeit, Werkstatt- und Projektarbeit, didaktischen Spiele, Binnendifferenzierung, Hilfe bei der individuellen Schülerarbeit.

Hofpause 9:30 – 9:50 Uhr

Die großen Pausen verbringen die auf dem Pausenhof. Lehrer und pädagogisches Personal des Hortes betreuen und beaufsichtigen. Die Schüler der Klassen 1–3 in der Steinschneiderstraße können dabei das gesamte Schul- und Hortgelände nutzen. In der Weißdornallee (Klassen 4-6) werden Sportplatz und Turnhalle zur

Pausengestaltung mitgenutzt. Spielgeräte zum Klettern, Tischtennisplatten, Trampolin, Rutsche, Sandkästen, Balanciermöglichkeiten und Ruheinseln sorgen überall für eine bewegte und/oder entspannte Pause.

Mittagsband 11.20 – 12.10 Uhr

An beiden Schulstandorten haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zwischen 11.20 und 12.10 Uhr in den Speiseräumen eine warme Mahlzeit einzunehmen und sich anschließend aktiv auf dem Schulhof zu erholen. Während des Mittagessens sind Erzieher des Horts in den Speisesälen anwesend, um ggf. Hilfestellung zu geben. Aktueller Schulessen-Anbieter ist die Firma „Löwen-Menü“.

Individuelle Lernzeit (ILZ) 12.10 – 13.40 Uhr

Für diese Phase des Unterrichtstages ist eine genaue Absprache zwischen allen beteiligten Partnern (Lehrer, Erzieher, Kooperationspartner) von besonderer Bedeutung, um allen Kindern eine optimale Entwicklung und Förderung zukommen zu lassen. Das wird durch regelmäßige Teamsitzungen gewährleistet. Es geht in dieser Phase hauptsächlich um die Vertiefung des Unterrichtsstoffes auf verschiedenen Niveaustufen, der je nach Alter der Schüler möglichst selbstständig unter pädagogischer Führung und Anleitung erfolgt. Für besonders leistungsfähige und begabte Schüler werden Kurse in Mathematik, Deutsch, Sachunterricht und Englisch klassenübergreifend geplant. So bleibt genügend Raum für die individuelle Förderung der Kinder mit Lernschwierigkeiten, die ebenfalls klassenübergreifend gestaltet werden. Die Möglichkeit der Kombination mit zu erledigenden Hausaufgaben ist dabei gegeben. Aber auch graphomotorische Übungen, Koordinations-, Konzentrations-, Methodentraining, Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen sind fester Bestandteil der individuellen Lernzeit. Hier erledigen die Schüler in kleinen, auch klassenübergreifenden Gruppen schriftliche und mündliche Arbeitsaufträge, führen Lernspiele durch und beraten sich mit dem Lehrer, besprechen Lernstrategien und kommunizieren. Für Schüler, die den Hort nicht besuchen und auch an keiner Arbeitsgemeinschaft oder keinem Projekt teilnehmen, endet der Schultag um 13.40 Uhr.

Arbeitsgemeinschaften/Projekte/Hort ab 13.40 Uhr

Nach Interessenbefragungen bieten Kooperationspartner, pädagogisches Personal,Eltern, Erzieherinnen und Erzieher im Anschluss an die ILZ, mit der der Schulunterricht endet, Arbeitsgemeinschaften und Projekte an. Diese werden dann an vier Tagen (Montag bis Donnerstag) bis 15.30 Uhr angeboten. Dabei stehen kostenneutrale Angebote im Vordergrund. Für Arbeitsgemeinschaften gibt es verschiedene Themengebiete, die je nach Betreuungsangebote und Interessenlagen variieren können und durch Raum- und Hallennutzung begrenzt sind – beispielsweise im Angebot sind Theatergruppe, Basteln mit Papier, Tonarbeiten, Malerei, Kochen, Backen, Handarbeit, Tischtennis, Ringen, Handball, Streitschlichter, Schülerzeitung, Experimente, neue Medien, Kinderkirche, Computer u.a.

Spätbetreuung 15.20 – 18.00 Uhr

Die angemeldeten Hortkinder können in der Spätbetreuung bis 18.00 Uhr im Hort verweilen und ihren Interessen entsprechend sinnvoll einer Beschäftigung nachgehen und werden dabei von den Erziehern begleitet.

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Eine inklusive Schule

Die Grundschule „Am Wasserturm“ ist eine Schule für alle. Seit dem Schuljahr 2011/12 nehmen wir am Projekt „Inklusive Schule“ des Schulamts Brandenburg teil und haben dadurch viele Möglichkeiten, unser Schulprogramm „Bewegte Schule“ noch besser zu verwirklichen. Jedes Kind soll sich bei uns mit seinen Stärken und Schwächen individuell entfalten, unabhängig von seinen individuellen Voraussetzungen oder seiner aktuellen Lebenslage gemeinsam mit seinen Altersgenossen in seinem Wohnumfeld lernen können. Dies erfordert ein ausreichendes Maß an Individualisierung, auf das wir mit veränderten Lernarrangements und -angeboten reagieren. Die Grundschule bietet an sich schon allen Kindern die Chance, gemeinsam zu lernen. Das gilt für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf genauso wie für begabte Kinder, für die stillen, unauffälligen Lernenden ebenso wie für die Unruhigen. Kinder brauchen aber auch so oft wie möglich die Gewissheit, etwas gut zu können. Sie brauchen ausreichend Gelegenheit, ihr Können zu zeigen, und die Sicherheit, so viel Unterstützung zu erhalten, wie nötig ist. Deshalb sind in der inklusiven Schule die Sonderpädagoginnen und -pädagogen von Anfang an dabei und machen gemeinsam mit allen anderen Lehrkräften Lernangebote für alle Kinder. Das können beispielsweise für die langsamer lernenden Kinder spezielle, einfachere oder leichter verständlichere oder in ihrem Umfang verringerte Lernangebote sein.

logo_inklusion       „Inklusion – Eine Schule für alle“